Placebo oder Nocebo – Welche Wirkung haben Erwartungen auf unseren Körper?
- Gerhard Dörflinger
- 2. Juli
- 2 Min. Lesezeit
Placebo und Nocebo einfach erklärt
Jeder von uns kennt den Begriff Placebo.
Ein Mensch nimmt eine Tablette ein, die keinen Wirkstoff enthält – und trotzdem verspürt er eine Verbesserung.
Weniger bekannt ist der Begriff Nocebo.
Hier geschieht genau das Gegenteil:
Negative Erwartungen, Angst oder Zweifel können dazu führen, dass Beschwerden stärker wahrgenommen werden oder sogar neue Symptome entstehen.
Doch was sagt uns das eigentlich?
Vielleicht lohnt es sich, diese beiden Phänomene einmal aus einer anderen Perspektive zu betrachten.
Wie beeinflussen Placebo und Nocebo unseren Körper?
Placebo und Nocebo gehören zu den spannendsten Phänomenen rund um die Verbindung von Körper, Geist und Erwartungen. Doch was passiert dabei eigentlich in unserem Körper?
Unser Körper reagiert ständig auf Informationen.
Nicht nur auf Nahrung, Bewegung oder Berührung.
Sondern auch auf Gedanken, Erinnerungen, Bilder, Bewertungen und Erwartungen.
Viele Menschen kennen Situationen wie diese:
Vor einer Prüfung beginnt das Herz schneller zu schlagen.
Vor einem wichtigen Gespräch wird der Magen unruhig.
Nach einer guten Nachricht fühlt sich der ganze Körper leichter an.
Obwohl sich äußerlich kaum etwas verändert hat, verändert sich innerlich sehr viel.
Aufmerksamkeit lenkt Wahrnehmung
In meinen Beobachtungen der letzten über 20 Jahre beschäftigt mich immer wieder dieselbe Frage: Welche Rolle spielt unsere Aufmerksamkeit?
Wenn wir unsere ganze Energie auf Schmerzen, Probleme oder Ängste richten – was passiert dann?
Und was verändert sich, wenn wir beginnen, unseren Blick bewusst auf Möglichkeiten, Lösungen oder Beweglichkeit zu richten?
Vielleicht entsteht dadurch ein völlig anderer Zustand.
Einfach ausprobieren
Deshalb lade ich Menschen immer wieder zu kleinen Selbsttests ein.
Zum Beispiel:
Wie weit kannst du deinen Kopf drehen?
Wie weit kannst du dich nach vorne beugen?
Wie fühlt sich dein Körper vor einer kleinen Übung an?
Und wie danach?
Oft zeigen sich Veränderungen, die viele Menschen überraschen.
Nicht als Beweis.
Sondern als persönliche Erfahrung.
Placebo oder natürliche Regulation?
Vielleicht geht es gar nicht darum, ob etwas Placebo ist oder nicht.
Vielleicht lohnt sich vielmehr die Frage: Welche Fähigkeiten besitzt unser Körper bereits von Natur aus?
Welche Rolle spielen dabei unsere Gedanken, unsere Wahrnehmung und unsere innere Haltung?
Darauf gibt es viele unterschiedliche Sichtweisen.
Meine Einladung lautet deshalb nicht:
Glaube mir.
Sondern:
Beobachte dich selbst.
Simply do it.

Vielleicht beginnt Veränderung genau dort, wo wir neugierig werden.
Nicht mit fertigen Antworten.
Sondern mit eigenen Erfahrungen.
Denn Erfahrungen schaffen Bewusstsein.
Und Bewusstsein eröffnet neue Möglichkeiten.
Wie siehst du das?
Welche Erfahrungen hast du selbst mit Erwartungen, Gedanken oder deiner eigenen Wahrnehmung gemacht?
Ich freue mich über deinen Kommentar.

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